Darf ich oder darf ich nicht?

Es scheint mehr und mehr zum Trend zu werden, Hunde so schnell wie möglich von ihren Geschlechtsorganen und somit auch von ihren Hormonen zu trennen.

Die Kastration von Hunden ist lt. Tierschutzgesetz § 6 (1) VERBOTEN, wenn nicht Gründe nach tierärztlicher Indikation geboten sind.

Hierzu darf ich anmerken, dass eine Kastration zum Zwecke der Prophylaxe NICHT dazu gehört! Auch eine ggf. vorliegende Verhaltensstörung sollte vor einem Eingriff genau unter die Lupe genommen werden. Nicht jeder aufreitende Rüde ist hypersexuell! Viele Verhaltensweisen bei jungen Rüden gehören zur normalen und gesunden Entwicklung dazu.

Eine Kastration kann also vorgenommen werden, wenn der Eingriff zur Therapie einer Erkrankung durchgeführt wird. Dies impliziert, dass durch den Eingriff Leiden, Schmerzen oder Schaden abgewiesen werden bzw. verhindert werden. Eine Kastration aus Bequemlichkeit oder prophylaktisch verursacht erst Leid, Schmerz und Schaden!

Welche Auswirkungen die Kastration, vor allem bei juvenilen, ängstlichen und aggressiven Hunden hat, muss ich hier nicht näher erläutern. Die Aufgaben der verschiedenen Hormone und ihr Zusammenspiel mit wieder anderen liegen auf der Hand und sind zudem wissenschaftlich bewiesen. Da gibt es also kein Rütteln und Schütteln oder gar Meinungen und Auslegungssachen.

Ich würde mir für die Zukunft wünschen, dass Hundetrainer, Tierärzte und Tierschutzvereine bei unwissenden Kunden bessere Beratung und Aufklärungsarbeit leisten. Schließlich sollte das u. g. nicht nur zu einem Gesetz gehören:

Das Tierschutzgesetz in Deutschland ist als Gesetz zu dem Zweck erlassen worden,

„aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen” (§ 1 Satz 1).